Workshop 1:
Beschichtungen für Biotechnologie und Medizintechnik
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Dienstag, 18.10.2011, 9:00 – 17:30 Uhr
In der Medizintechnik, Biotechnologie, Pharma- und Lebensmittelindustrie werden in den letzten Jahren verstärkt Oberflächen mit antibakteriellen Eigenschaften eingesetzt. Hintergrund ist die zunehmende Resistenz von Bakterien selbst gegen Antibiotika. So erkranken jährlich ca. 400.000 bis 600.000 Patienten in den Krankenhäusern, ca. 20.000 Todesfälle stehen damit im Zusammenhang. Aber auch die normalen Heilungsprozesse werden erschwert oder zumindest verzögert.
Es gibt 3 Möglichkeiten, antibakterielle Oberflächen zu erzeugen:
- Es wird die bakterizide Wirkung von Metallen wie Silber oder Kupfer genutzt.
- Oberflächen werden mit Antibiotika beschichtet.
- Die Oberflächen werden antiadhesiv gestaltet, so dass sich Bakterien nicht anlagern können.
Neben den schon seit vielen Jahrhunderten bekannten Wirkungen von Metallen wie Silber und Kupfer werden bereits sehr moderne Technologien wie photokatalytisch wirksame Titandioxid-Schichten genutzt. Diese Schichten können auch mit PVD-Technologien abgeschieden werden, wenn es preislich möglich ist. Zusätzlich haben sich aber auch die Nanoschichten auf dem Feld der antibakteriellen Oberflächentechniken etabliert. Das sind zum größten Teil Flüssigphasen-Prozesse mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen. In letzte Zeit wird in der Öffentlichkeit sehr viel über die schädigende Wirkung von Nanopartikeln diskutiert. In den USA gibt es Probleme mit Nano-Silber, weil das Silber in Abwässer gelangen kann.
Neben dieser Problematik wird der Begriff „antibakteriell“ sehr verschieden gebraucht und interpretiert. Fragen über Langzeitstabilität, Verschleiß und Beeinträchtigung durch Verschmutzung von antibakteriellen Oberflächen werden nicht ausreichend diskutiert bzw. untersucht. Es scheint oft mehr ein Wort für eine zusätzliche Marketing-Unterstützung zu sein.
Der Workshop zur Biomedizintechnik im Rahmen der V2011 soll den aktuellen Stand der antibakteriellen Oberflächenbeschichtungen und die Möglichkeiten der Sterilisation mit Plasma-Techniken aufzeigen. Es ist geplant, zu beiden Themen Erfahrungsträger aus Krankenhäusern einzuladen, um aus erster Hand Erfahrungen zu vermitteln. Die Vorträge werden sowohl den Stand auf dem Gebiet der antibakteriellen Oberflächen und der Plasmagestützten Sterilisation umreißen sowie die Grundbegriffe klarstellen.
Ansprechpartner: Dr. Andreas Mucha
Veranstalter
- Europäische Forschungsgesellschaft Dünne Schichten e.V., Dresden
- Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE, Frankfurt am Main
- fms Forschungsgesellschaft für Messtechnik, Sensorik und Medizintechnik e.V. Dresden
Programmkomitee
- Dr. A. Mucha, MAT PlaMaTec, Dresden
- Prof. Dr. K. Liefeith, Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V., Heilbad Heiligenstadt
- Dr. Ch. Oehr, Fraunhofer-Ins. für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Stuttgart
- Prof. Dr. med. R. Funk, TU Dresden, Medizinische Fak., Institut für Anatomie, Dresden
- Prof. Dr. R. Franke, IMA Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH, Dresden



